Tolle Stimmung am Riemer Berg
Die Sonne kurz nach dem ersten Kontakt
Langsam schiebt sich der Mond vor die Sonne
Die Sonne hat nun eine deutliche Sichelgestalt
Ich bin voll in Action
Maximum - leichte Schleierwolken sorgen für ein schönes Schauspiel
Die Sonne bewegt sich zum Horizont, die Dächer werden sichtbar
Kurz vor dem Untergang, die Sonne ist nur mehr eine schmale Sichel
Der Riemer Berg erinnert mich an einen Ameisenhaufen
Am 12. August war es wieder soweit. Der Mond schob sich vor die Sonne. Da das Ereignis kurz vor Sonnenuntergang stattfand, war natürlich eine Location mit sehr gutem Westblick gefragt. Der Riemer Berg, eher ein Hügel, sollte es sein. Kurz nach 18h machten Tino und ich uns mit dem Auto auf den Weg.
Die Ausrüstung:
-- Sony FE 100-400mm Tele Objektiv
-- 2x Konverter
-- Sony Alpha R Vollformat Kamera
-- Fotografischer Sonnenfilter
-- ein gutes Fotostativ
Einen Parkplatz in der Nähe zu finden, war unmöglich. Ein längerer Spaziergang war nötig. Gut, dass wir etwas Zeit eingeplant hatten. Schweißüberströmt erreichten wir unser Ziel, den kleinen Hügel, gleich neben dem Badesee. Oben angekommen, trauten wir unseren Augen nicht. Menschenmassen hatten die gleiche Idee. Doch einen geeigneten Platz zu finden, war kein Problem. In wenigen Minuten war das Equipment aufgebaut und sofort kamen wir mit den Menschen ins Gespräch.
Macht Ihr das professionell? Was ist denn das für ein Tele? Kann ich mal durchschauen? - Es wurde nicht langweilig und die Stimmung war einfach herrlich. Ich kann gar nicht sagen, was mir dort oben mehr gefiel, das Ereignis an sich oder die positive Stimmung der vielen Menschen vor Ort. Einige machten es sich auf einer Decke bequem, andere bereiteten ihr Equipment vor. Die meisten waren einfach nur mit Smartphone und einer Sonnenfinsternis Brille vor Ort.
Ich nahm mir die Zeit, alles gut vorzubereiten und auch mit der maximalen Brennweite (800 mm) ein paar Testfotos zu machen. Kurz nach 19h war es dann soweit. Plötzlich fehlte von der Sonne ein kleines Stück. Durch die Brille war das kaum zu sehen aber dank der langen Brennweite konnte ich sofort reagieren. Das Ereignis hat begonnen. Langsam schob sich der Mond vor die Sonne und die Stimmung am Berg wurde immer aufgeregter. Immer näher rückte die Sonne dem Horizont. Das Licht veränderte sich deutlich. Es wirkte anders, als bei einem "normalen" Sonnenuntergang.
Kurz vor dem Maximum schoben sich ein paar leichte Schleierwolken vor die sichelförmige Sonne. Das ist perfekt, dachte ich mir. So können auch einige stimmungsvolle Aufnahmen gelingen. Die Sonne war nur mehr einen Handbreit vom Horizont entfernt und wirkte deutlich blasser. Genau der richtige Zeitpunkt, den Sonnenfilter zu entfernen. Nun bestand keine Gefahr mehr für den Sensor. Die Belichtungszeit war wieder erfreulich kurz.
Langsam rückten auch die Dächer der Häuser ins Gesichtsfeld der Kamera. Ich habe die Brennweite etwas zurückgenommen, da es mir nicht mehr um die Einzelheiten auf der Sonnenoberfläche ging, sondern um einen schönen Gesamteindruck mit Wolken und natürlich auch mit den Häusern. So entstanden die letzten Aufnahmen der Finsternis.
Etwa 2,5 Stunden waren wir am Riemer Berg, die Zeit verging wie im Flug. Als die Sonne langsam verschwand, war auch für uns die Zeit, alles zusammenzupacken. Ein letzter Blick zurück auf den Hügel, der an einen Ameisenhaufen erinnerte, es war ein schönes Erlebnis, astronomisch und menschlich. Es war wunderbar, endlich wieder so viele Leute mit einer positiven Stimmung an einem Ort zu sehen und ein Teil davon zu sein.
Wir werden uns lang daran erinnern.